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Migranten aus Kriegsgebieten sind alltäglich im Fernsehen oder schon in unserem Straßenbild.

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Wir betrachten nur zu gern, zu leicht und oft viel zu voreilig

  - alles Fremde:                    - Hautfarbe, Sprache, Religion
  - alles Unbekannte:              - Rituale, Werte, Gesten
  - alles Andersartige:             -Ernährung, Kleidung,
    als Bedrohung
Genauso schnell wie sich eine vermeintliche Bedrohung in Vorurteile umwandelt, stellt sich die Angst vor den (schutzsuchenden) Migranten ein.

Wer bin ich und wo gehe ich hin?

 
 
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Angedacht war unser Projekt als Vorbereitung unseres Ortes auf die mögliche Ankunft von Flüchtlingen bei uns.

Viereck, Ortsteil ETS (Ernst-Thälmann-Siedlung), entstand zu DDR Zeiten als Armeewohnstatt. Die schnurgerade Ortsdurchfahrt, die L 321, teilt die Ernst-Thälmann-Siedlung in Bundeswehrkaserne mit großem Truppenübungsplatz auf der einen Seite und Wohnort auf der anderen, bestehend aus Einfamilienhäusern und ehemals 14 Wohnblöcken.
Sieben Blöcke aus der Anfangszeit wurden zwischenzeitlich abgerissen, die verbleibenden sieben neueren Blöcke, mit je 3 Eingängen und 30 Wohnungen stehen noch.

Von den vorhandenen 210 Wohnungen sind aber nur noch ca. 60 bewohnt. So lag es auf der Hand, dass Flüchtlinge hier Quartier finden würden.

Bedingt durch die Armee gab es schon immer Migranten im Ort, denn vor dem Bau der Kaserne gab es diese Siedlung gar nicht gab.


Ein nicht zu ernst zu nehmender Ausspruch des Hausmeisters der Plattenbauten, er kommt aus dem Ort Viereck und ist ein direkter Nachfahre Pfälzischer einwanderer.
Dieser Ausspruch ist sehr charakteristisch für den Umgang mit Fremden, selbst dann, wenn es sich um interne Migranten, also eigene Landsleute handelt:

„Hast du fünf Minuten Zeit, schlage einen Sachsen breit “

Dieser Satz ist im kollektiven Gedächtnis geblieben, geblieben aus einer Zeit da er ernst und höchst abfällig gemeint war. Es ist, soweit mir bekannt, kein Sache je dadurch erschlagen worden, und dennoch transportiert die Aussage eine klare, sehr deutlich Einstellung.
Die Ablehnung gegenüber den zugezogenen Sachen, sie waren hier nicht zu Hause und sie waren hier nicht willkommen, wurde offen ausgesprochen.

Mach dem 2. Weltkrieg sind Deutsche die innerhalb Deutschlands fliehen mussten auch in Viereck gestrandet. Eine ältere Dame aus dem Ortsteil Uhlenkrug erzählte mir mit Tränen in den Augen wie ablehnend die Dorfbewohner waren. Sie selbst damal 1945 noch ein kleines Kind. Ihre Mutter hat immer wieder versucht Milch beim Bauern zu kaufen. Die Antwort des Bauern war niederschmetternd, bevor du Milch bei mit kriegst geb ich die lieber der Katze.

Fremd im eigenen Land, fremd und unwillkommen bei den eigenen Landleuten.

Mitten in den Vorbereitungen und den Absprachen traf genau das ein, worauf das Projekt die Bevölkerung vorbereiten sollte.

Über Nacht waren sechs Wohnungen mit Flüchtlingen belegt worden. Nicht einmal die Gemeinde oder der Bürgermeister wurden darüber informiert.

Das Konzept für das Projekt brauchte eine Anpassung an die veränderte Situation. Dieses wurde in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring durchgeführt.

Aus der Gemeinde heraus häuften sich Anfragen, was denn jetzt passiert. Die aufkeimenden Sorgen und Ängste, bedingt durch die Informationslosigkeit, haben wir versucht aufzufangen. Und, das war besonders wichtig, zu allen Besprechungen und Kennenlern-Runden wurden die Bürger der Siedlung mit eingeladen und einbezogen.

Die Resonanz der Vierecker war sehr verhalten, so dass die Flüchtlinge bei den Workshops 1 und 2 weit in der Überzahl waren.

Veränderung gab es erst, als sich die Vorbehalte einiger älterer Damen von der Volkssolidarität (VS) langsam in Neugier verwandelten.
So haben wir den Workshop 3 zu einer gemeinsamen Kaffeetafel mit der VS genutzt.

Selbst dazu sind nur einige vom Vorstand der VS vorgeschickt worden, um beim nächsten VS Treffen darüber zu berichten.

Die Erzählungen der Flüchtlinge und der Vierecker wurden aufgeschrieben und auch ins arabische übersetzt.

Eine Auswahl der Erfahrungen, der internen Migranten und der neuen Flüchtlinge aus dem arabischen Raum, ist im Faltblatt veröffentlicht.

Youssef Rachid, ein junger Syrer hat aus dem arabischen ins Deutsche übersetzt und umgekehrt. Seine eigene Geschichte ist im Faltblatt veröffentlicht.

Die arabischen Texte wurden mit einem Übersetzungsprogramm kontrolliert.

Gegenseitiges Bewirten, miteinander essen, über die Speisen reden, Fragen stellen, sich annähern und ein wenig kennenlernen trotz großer Sprachbarrieren, hat geholfen Vorurteile zu überwinden und Berührungsängste abzubauen. Zumindest hat das gegenseitige Verständnis zugenommen.

Als einige Flüchtlinge Essen zubereitet hatten, war natürlich die Neugier viel größer als alle Ressentiments. Selbst die, die zwar im Jugend- und Generationentreff waren, aber nicht beim Workshop mitmachten, haben neugierig zugegriffen.

Das Verständnis hat sich selbst bei Viereckern, die sich nicht aktiv beteiligt aber das Faltblatt sehr intensiv gelesen haben, ein klein wenig geändert.
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